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Der SV Innsbruck-Bergisel ist ein ganz besonderer Verein.

Wenn man es genau nimmt und sein Licht nicht unter den Scheffel stellen möchte, ist unser Club einer der weltweit erfolgreichsten Springerclubs,. Wer den Vereinsnamen und die bekannten Gesichter wie Schlierenzauer, Fettner, Kofler, Poppinger oder Denifl nur aus den Medien kennt, vermutet mit Sicherheit ein weitläufiges Schanzenareal mit der Reihe nach aufgefädelten Sprungschanzen und hauptberufliche Trainer hinter den Leistungen und Erfolgen.
Wir Natterer haben kein Sortiment an Sprunghügeln wie in Villach, Höhnhart, Schruns oder Bischofshofen.

Fast erblassen lässt uns der Blick zu den großen Skisprungnachbarn. Unsere Freunde in Garmisch,  Oberstdorf, Hinterzarten, Rastbühl oder Planica zeigen uns, wie modern ausgestattete Zentren beschaffen sein können.

Da reihen sich die Schanzen vom Kinderhügel bis zur 90er oder noch weiter nach oben, Seite an Seite neben dem unverzichtbaren Lift zu einer breiten Front an Trainings- und Steigerungsmöglichkeiten.

In Natters gibt es zwei kleine, genormte Schanzen, versteckt hinter den Tennisplätzen und dem dazugehörigen Clubheim; eine geht 24 m und die "Große" 40 m weit. Für die Anfänger haben unsere geschickten Trainer zunächst mit Schnee und viel Augenmaß eine 15er-Anfängerschanze am Rand „hinzugeschwindelt“. Darauf wurden Sprungweiten um die 10-12m erzielt und die Grundkenntnisse zum Umstieg auf die 20er erworben. Was sich im Winter bewährte, wurde mit kleinstem finanziellen Aufwand und Eigenengagement schließlich auch auf den Sommerbetrieb umgerüstet.

Gregor Schlierenzauer war einer der letzten Aktiven unseres Clubs, der seinen fulminanten "Aufstieg“ zum weltbesten Skispringer, mangels eines Liftes, noch bis zum 14 Lebensjahr zu Fuß in Angriff genommen hatte. Schließlich konnte der größte Wunsch von Springern, Trainern und Eltern, die Installation eines kraftschonenden Aufstiegsförderband für die begeisterten Kinder, erfüllt werden.
Die Schanzen wurden im gleichen Atemzug mit Förderungen des Landes Tirol und herausragender Eigeninitiative und Eigenleistung der Clubmitglieder rundum saniert und vor allem noch sicherer gemacht. Klugerweise wurde der Verlockung, größere Höchstsprungweiten aus den bescheidenen Geländeformen herauszupressen widerstanden und viel Geist in die Optimierung der Trainingsabläufe und Präparierungsmöglichkeiten gesteckt.

Historisch und aktuell betrachtet sind wir auch außergewöhnlich:

Ursprünglich sind unsere Schanzen die Nachwuchshügel des großen, berühmten Innsbrucker Bergisels. Auf Innsbrucker Stadtgebiet war aber seinerzeit kein Platz für Kinderschanzen und unser Ahnherr, der Geiger Toni aus Natters hat das Adlernest kurzentschlossen und mit gewaltigem persönlichen Einsatz in seiner nächsten Umgebung ansässig gemacht. Dort hat sich der Verein zu dem entwickelt, was er heute ist: Ein eingeschworener Haufen von skisprungbegeisterten Kindern (aus Innsbruck und Umgebung), Eltern, Trainern, Vereinsfunktionären und Helfern die meistens in Mehrfachfunktionen agieren.

Die lebenswichtigen und motivierenden Förderung von Stadt, Tourismusverband, und dem Bergiselspringen sind ein Segen aber auch ein Verdienst für jahrzehntelange großartige Nachwuchsarbeit und ein Auftrag für die Zukunft. Nach wie vor ist der SV Innsbruck Bergisel eine der allerersten Adressen in der skispringerischen Nachwuchsarbeit. Wie eh und je übernehmen Eltern einige Jahre Funktionen und Verantwortungen im Verein, ehemalige Springer tauchen als motivierte und verantwortungsbewusste Trainer wieder auf. Hochdekorierte Experten aus der Branche, wie Werner Schuster oder Andi Widhölzel vertrauen ausgerechnet uns ihre sprungbegeisterten Kinder an. Sie glauben an den besonderen Geist und die Tradition dieses Clubs und bereichern die Kulturentwicklung durch ihre Inputs und ihr Vertrauen in den Club.

Bei vielen Aktionen, wie dem Umstellen vom Matten- auf den Winterbetrieb, dem Beschneien sowie beim kreativen Ausbau des Trainingsraumes und dem Basteln an speziellen Trainingsgeräten zeigt sich wie segensreich sich ehrenamtliche Engagement auswirken kann. "Klein aber fein", so steht unsere Anlage heute im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten blitzsauber da.
Aus allen Ecken und Winkeln blickt einem der Natterer-Geist entgegen. Es ist ganz einfach inspirierend für alle, zu beobachten, wie das hohe Anspruchsniveau, Verantwortungsbewusstsein und die Freude am Gelingen allgegenwärtig sind.